/

    «Wir wollen heil ankommen»

    Bericht AZ vom 7. Juli 2007


    » Bericht aus der AZ
      
    Ein bisschen verückt ist das Vorhaben der «Crazy 5» schon. Ab Sonntag bestreitet die Truppe einen Gigathlon.

    Drei Männer und zwei Frauen treffen sich an einem Fest in der Riniker Waldhütte. Sie geniessen die Grilladen, lachen und unterhalten sich. In wenigen Tagen ist Schluss mit lustig. Ab dem Sonntag werden die «Crazy 5» eine Woche lang einen Gigathlon bestreiten. «Kurz vor dem Wettkampf bin ich schon ein wenig kribblig. Ich bin froh, wenn es endlich losgehen kann», sagt Thierry Clerc (Inline, Schwimmen, Jogging). Mit Marco Hirt (Jogging, Inline und Biken), Thomas Schärer (Inline, Biken), Marie Therese Schwarz (Schwimmen, Inline) und Helene Gehrig (Velo) bestreitet er zum ersten Mal das siebentägige Sportabenteuer.

    «Thierry, Marco und ich wohnen in Riniken und wir trainieren schon seit Jahren zusammen. Irgendwann suchten wir eine neue Herausforderung», sagt Thomas Schärer. Ohne gross zu zögern meldeten sie sich beim Gigathlon an und suchten noch zwei weibliche Mitstreiterinnen. Die Wasserratte Marie Therese Schwarz aus Elfingen kannten sie bereits. «Eine passende Velofahrerin zu finden, war etwas komplizierter, da eine Hobbyfahrerin die Strecke nicht einfach so bestreiten kann», sagt Clerc. Etwa 370 Kilometer und fast 8000 Höhenmeter werden mit dem Rennvelo insgesamt zurückgelegt. Über sieben Ecken hat das Team von Helene Gehrig erfahren, die im Katon Bern lebt und oft an Rennen teilnimmt. «Sie ist unser Steckenpferd. Als ich erfahren habe, was für Rennen sie schon gefahren ist, war ich baff. Wir sind ja eher Hobbysportler», sagt Clerc und lacht.

    Foto: azag.ch
    ANMELDUNG WAR NICHT SICHER
    Als sich das Team im letzten November angemeldet hatte, war die Teilnahme lange nicht sicher. Es gab 1800 Anmeldungen für 777 Startplätze. Die «Crazy 5» schafften es nicht mal auf die Warteliste. Sie versuchten ihr Glück bei einem Wettbewerb: «Eine Internetseite gab zu einer bestimmten Zeit eine Koordinate auf der Schweizer Karte an. Wer zuerst da war, sollte einen Gratis-Startplatz gewinnen.» Tatsächlich fanden sie als Erste den Ort. «Kurze Zeit später kreuzten drei andere Leute auf. Da kam es zur Verlosung», sagt Thierry Clerc. Die «Crazy 5» hatten keinen Erfolg. Frustriert posteten sie ein Inserat für einen Startplatz auf einer Gigathlon-Webside. Eine ungewöhnliche Methode, die aber funktionierte: «Innert eines Tages hatten wir zwei Angebote», sagt Thomas Schärer nicht ohne Stolz.

    JEDEN TAG TRAINIEREN
    Die Vorbereitungen konnten losgehen: «Wir trainierten etwa fünf- bis sechsmal pro Woche. Thierry und ich machten zusätzlich einen Crawlkurs», so Schärer. Alle fünf zusammen haben jedoch nie trainiert. Helene Gehrig kennt ihr Team kaum. «Während des Wettkampfs haben wir ja genug Zeit, um uns kennen zu lernen», sagt Gehrig. Die sportliche Vorbereitung allein reichte jedoch nicht. Die fünf suchten Sponsoren und gestalteten eine Webside. Auf www.crazy5.ch kann man ab nächster Woche täglich einen Wettkampfbericht lesen. Auch der Transport bedeutet viel Aufwand. Während der Wettkampfwoche werden die fünf von Christoph Suter und Dani Schwarz mit Fahrzeugen begleitet.

    Kurz vor dem Gigathlon fühlen sich die fünf bestens gerüstet. Jetzt heisst es runterfahren mit dem Training: «Es ist schon komisch, plötzlich so viel Zeit zu haben», so Clerc. Ehrgeizige Ziele haben die «Crazy 5» beim Gigathlon nicht, wie Schärer betont: «Wir wollen nach sieben Tagen einfach heil in Bern ankommen. Ein gutes Resultat wäre natürlich die Krönung.»
    » Link zur AZ