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    Swissman Xtreme Triathlon 2019

    Ascona - Kleine Seidegg, 22. Juni 2019

    Finisher 2019
    Foto: http://www.suixtri.com
    suixtri.com

     

    Vergangenes Wochenende hat der Swissman Xtreme Triathlon zum siebten Mal stattgefunden. Und erneut wurde bestätigt: Kein Swissman ist wie der andere. Bei wechselnden Wetterbedingungen nahmen 218 Athleten aus rund 40 Nationen 5500 Höhenmeter und ausnahmsweise nur 223 Kilometer in Angriff. Dominiert wurde der Triathlon vom Schweizer Mathias Nüesch und der Engländerin Flora Colledge, die das Ziel auf der Kleinen Scheidegg heute zum zweiten Mal in Folge als erste Frau erreicht hat. Auch dabei das crazy5.ch Mitglied Markus Schmid. Wir konnten rund zwei Tage nach seinem Rennen mit ihm plaudern.

     

    Lieber Markus. Erstmals ganz herzliche Gratulation. Konntest Du Dich bereits etwas erholen?

    Danke, es geht mir recht gut. Etwas müde Beine die ich beim Treppensteigen spüre, aber zum Glück kein Muskelkater. Und 1-2 Blattern habe ich noch gefunden, dass sind die einzigen Blessuren.

     

    Etwas mehr als 48 Stunden liegen hinter Deiner Wahnsinnsleistung, dem Finish am Swissman Xtreme Triathlon 2019. Kannst Du schon fassen was Du da für eine körperliche Leistung abgerufen hast?

    Am Samstag im Ziel habe ich mich das noch nicht gefragt, nach der Dusche wollte ich einfach nur schlafen. Bei der Zeremonie am Sonntag, vor der traumhaften Kulisse und den anderen Finisher, kamen dann doch noch die einen oder anderen Bilder. Ich glaube aber, dass ich es erst in den nächsten Tagen so richtig wahrnehme. So richtig realisieren werde ich es vermutlich erst nächstes Wochenende.

     

    Ein Triathlon über die volle Distanz ist für viele ja schon fast wie ein Himmelfahrtskommando. Wie kommt man auf die Idee, der Sache noch die Krone aufzusetzen und noch über 5'000 Höhenmeter hinzuzufügen?

    Am meisten Respekt hatte ich vor dem Joggen. Ich dachte immer, wie kann man bei einem Ironman noch 42km laufen, nach 180km auf dem Rad. Doch am Renntag lief dann alles sehr gut. Zuerst im Wasser war alles noch ruhig und entspannt, dann 180 Km im Sattel und dann zum Rennen. Während dem Joggen habe ich dann in Abschnitten gedacht, von Punkt zu Punkt oder besser, von Checkpont mit Verpflegung zu Checkpoint. Und die letzten 10 Km zur Scheidegg war ja eh nur ein Spaziergang, an joggen ist da gar nicht zu denken von der Steigung her.

     

    Man sagt ja bei einem Triathlon – und bei diesem besonders – dass das Wetter die 4. Disziplin ist. Wegen Gewittergefahr wurde «nur» 1 Km geschwommen statt 3.8 Km. Hat Dir das persönlich geholfen?

    Ich schwimme gerne, daher spielte es mir keine Rolle. Aber Respekt hatte ich von dem Wetter wirklich. Von meinen Gigathlon-Erfahrungen her bezüglich Wetter, wusste ich wie hart es sein konnte wenn es zu regnen beginnt und man nass die Km über die Pässe abspulen muss.

     

    Schwimmen im See um 5 Uhr morgens. Schon ein spezielles Gefühl oder?

    Wir sind bereits um 2 Uhr auf und haben uns vorbereitet. Dann ging eigentlich alles sehr schnell. Etwas überrascht wurde ich erst im Wasser. Die Verantwortlichen haben mit rund 20 Grad gerechnet, in Wirklichkeit waren es aber nur gerade mal 15/16 Grad. Aber schwimmen hat Spass gemacht.

     

    Von den Palmen in Ascona ging es über die drei Alpenpässe Gotthard, Furka und Grimsel ins Berner Oberland bis hoch zum ewigen Eis der Jungfrau. Was geht einem da durch den Kopf?.

    Es ist wirklich eine Wahnsinnsdistanz. Aber der Start verlief super gut und ich konnte sogar lange Zeit kurzärmlig fahren. Bis Bisaca, da begann es zu regnen. Von Beginn des Rennens stand aber die Energie-Aufnahme im Zentrum. Ich habe jeden Checkpoint genutzt mich mit Kalorien vollzustopfen. Etwas später, bei Km 50 kam eine kleine Sorge dazu, meine Hüfte schmerzte. Doch auch diese Schmerzen verzogen sich im Verlauf der Radstrecke. Ausser diesen kurzen Bedenken bezüglich der Hüfte, hatte ich total positive Gedanken und konnte mein persönliches Rennen gut einteilen und meine Ziele und Marschtabelle grundsätzlich einhalten.

     

    Zur Krönung kam am Schluss des Rennens von ein Marathon Joggen, 1'500 Höhenmeter hoch zur kleinen Scheidegg. Gab es Momente wo Du Dich gefragt hast, was mach ich da?

    Nein, ich kann wirklich sagen, dass ich keine negativen Gedanken hatte. Sicher halfen mir auch einige Sitzungen mit einem Mentalcoach. So hatte ich auf der Strecke den einen oder anderen mentalen Helfer zur Seite die mich von Km zu Km trugen.

     

    Wie bereitet man sich auf ein solches Rennen vor? Wo liegen die Schwerpunkte?

    Höhenmeter! Ich habe vor allem mit dem Rennvelo sehr viele Höhenmeter gefahren. Zudem auch lange Läufe, 25 Km und 30 Km joggen. Aber vor allem mit dem Rennvelo lange Ausfahrten über 150 Km mit vielen Höhenmeter.

     

    Und wie erholst Du Dich nun von diesen Strapazen?

    Da ich solche Renne nur als Hobby oder Ausgleich mache, kommt nun wieder der Fokus aufs Arbeiten. Dank dem Geschäft konnte ich mich im Vorfeld sehr gut auf den Swissman vorbereiten und nun kommt wieder die andere Zeit. Aber sicher komme ich nicht darum herum, meinen Körper wirklich zu erholen.

     

    Und wie sehen die nächsten Pläne aus? Hast Du auch vor anderen Rennen der Serie zu besuchen? Norseman oder Celtman?

    Das darf ich nicht laut sagen, aber ja, ein Fernziel ist es sicher. Unter den Finalisten wird ein Startplatz verlost, vielleicht habe ich ja Glück oder Pech :-) Zudem gäbe es ja auch noch ein Rennen in der Schweiz das mich reizen würde; Inferon Triathlon (16./17.08.19) Durch meine körperliche Verfassung bräuchte ich sicherlich nicht viel Training um dafür fit zu sein. Zuerst jetzt aber mal schauen wie die Erholung vor sich geht.

     

    Wir von crazy5.ch sind mega stolz auf Dich und wünschen Dir weiterhin viel Glück für alle Deine Projekte und das Leben neben dem Sport. Nochmals herzliche Gratulation und gute Erholung.

    Für crazy5.ch: TS